Das Gleiche lässt uns in Ruhe, aber der Widerspruch ist es, der uns produktiv macht.
Johann Wolfgang von Goethe Zitate und Sprüche
Wer spät im Leben sich verstellen lernt, der hat den Schein der Ehrlichkeitvoraus.
Willst du dich am Ganzen erquicken, so musst du das Ganze im Kleinsten erblicken.
Es irrt der Mensch, solang er strebt.
Missverständnisse und Trägheit machen vielleicht mehr Irrungen in der Welt als List und Bosheit.
Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, es müsse sich dabei doch auch was denken lassen.
Geschichten schreiben ist eine Art, sich das Vergangene vom Halse zu schaffen.
Eigentlich lernen wir nur aus Büchern, die wir nicht beurteilen können. Der Autor eines Buches, das wir beurteilen können, müsste von uns lernen.
Erfahrung ist fast immer eine Parodie auf die Idee.
Man kann nicht immer ein Held sein, aber man kann immer ein Mann sein.
Lehre tut viel, aber Aufmunterung tut alles.
Welch eine himmlische Empfindung ist es, seinem Herzen zu folgen.
Gewisse Bücher scheinen geschrieben zu sein, nicht damit man daraus lerne, sondern damit man wisse, dass der Verfasser etwas gewusst hat.
Gegenüber der Fähigkeit, die Arbeit eines einzigen Tages sinnvoll zu ordnen, ist alles andere im Leben ein Kinderspiel.
Es ist nichts schrecklicher als eine tätige Unwissenheit.
Es ist ein großer Unterschied, ob ich lese zum Genuss und Belebung oder zur Erkenntnis und Belehrung.
Alles ist Kampf, Ringen. Nur der verdient die Liebe und das Leben, der täglich sie erobern muss.
Jede große Idee, sobald sie in Erscheinung tritt, wirkt tyrannisch.
Blumen sind die schönen Worte und Hieroglyphen der Natur, mit denen sie uns andeutet, wie lieb sie uns hat.
Sich alles gleichzumachen, ist ein großes Prinzip der Natur. Nur verschlingt die größre Kraft die andre.
Einen Tyrannen zu hassen vermögen auch knechtische Seelen. Nur wer dieTyrannei hasset, ist edel und groß.
Gerne der Zeiten gedenk’ ich, da alle Glieder gelenkig – bis auf eins. Doch die Zeiten sind vorüber, steif geworden alle Glieder – bis auf eins.
Die Kunst ist eine Vermittlerin des Unaussprechlichen.
Zur Resignation gehört Charakter.
Willkürlich handeln ist des Reichen Glück.
Vor einer Revolution ist alles Bestreben, nachher verwandelt sich alles in Forderung.
In Bibliotheken fühlt man sich wie in der Gegenwart eines großen Kapitals, das geräuschlos unberechenbare Zinsen spendet.
Das beste Monument des Menschen ist der Mensch.
Unsere Eigenschaften müssen wir kultivieren, nicht unsere Eigenheiten.
Man könnt’ erzogene Kinder gebären, wenn die Eltern erzogen wären.
Alles auf der Welt kommt auf einen gescheiten Einfall und auf einen festen Entschluss an.
Prüfungen erwarte bis zuletzt.
Der Patriotismus verdirbt die Geschichte.
Schönheit ist ein gar willkommener Gast.
Wer das erste Knopfloch verfehlt, kommt mit dem Zuknöpfen nicht zu Rande.
Wenn je das Göttliche auf Erden erschien, so war es in der Person Christi.
Wir erschrecken über unsere eigenen Sünden, wenn wir sie ananderen erblicken.
Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.
Es ist nicht genug zu wissen - man muss auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen - man muss auch tun.
Nichts ist schrecklicher als ein Lehrer, der nicht mehr weiß als das, was dieSchüler wissen sollen.
Wo viel Licht ist, ist starker Schatten.
Der Charakter ruht auf der Persönlichkeit, nicht auf den Talenten.
Wenn du eine weise Antwort verlangst, musst du vernünftig fragen.
Mit dem Wissen wächst der Zweifel.
Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben.
Der Undank ist immer eine Art Schwäche. Ich habe nie gesehen, dass tüchtige Menschen undankbar gewesen wären.
Es hört doch jeder nur, was er versteht.
Man kann die Erfahrung nicht früh genug machen, wie entbehrlich man in der Welt ist.
Halte immer an der Gegenwart fest. Jeder Zustand, ja jeder Augenblick ist von unendlichem Wert, denn er ist der Repräsentant einer ganzen Ewigkeit.
Wenn man von den Leuten Pflichtenfordert und ihnen keine Rechtezugestehen will, muss man sie gutbezahlen.
Wenn man alle Gesetze studieren sollte, so hätte man gar keine Zeit, sie zu übertreten.
Es gibt viele Menschen, die sich einbilden, was sie erfahren, verstünden sie auch.
Ironie ist das Körnchen Salz, das das Aufgetischte überhaupt erst genießbar macht.
Man reist ja nicht um anzukommen, sondern um zu reisen.
Es bleibt einem jeden immer noch soviel Kraft, das auszuführen, wovon er überzeugt ist.
Durch nichts bezeichnen die Menschen mehr ihren Charakter als durch das, was sie lächerlich finden.
Das schönste Glück des denkenden Menschen ist, das Erforschliche erforscht zu haben und das Unerforschliche zu verehren.
Man sollte alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen.
Unsere Wünsche sind Vorgefühle der Fähigkeiten, die in uns liegen, Vorboten desjenigen, was wir zu leisten imstande sein werden.
Einer neuen Wahrheit ist nichts schädlicher als ein alter Irrtum.
Alles Gescheite ist schon gedacht worden, man muss nur versuchen, es noch einmal zu denken.
Das Höchste, wozu der Mensch gelangen kann, ist das Erstaunen.
Gegner glauben uns zu widerlegen, wenn sie ihre Meinung wiederholen und auf die unsrige nicht achten.
Glücklich allein ist die Seele, die liebt.
Der Witz setzt immer ein Publikum voraus. Darum kann man den Witz auch nicht bei sich behalten. Für sich allein ist man nicht witzig.
Das Menschenleben ist seltsam eingerichtet: Nach den Jahren der Last hat man die Last der Jahre.
Wer sichere Schritte tun will, muss sie langsam tun.
Jede Lösung eines Problems ist ein neues Problem.
Dankbarkeit ist manchmal ein Band, oft aber eine Fessel.
Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten.